Mit gan­zer Kraft ge­gen Ex­tre­mis­mus – das Kom­pe­tenz­zen­trum
jetzt in neu­en Räu­men in der Stutt­gar­ter In­nen­stadt

4. Ju­ni 2018

„Ex­tre­mis­ten, un­ab­hän­gig von ih­rer po­li­ti­schen oder re­li­giö­sen Mo­ti­va­ti­on, ha­ben vor al­lem ein Ziel: Sie wol­len ver­un­si­chern und Angst ver­brei­ten. Sie sind da­bei kei­ne Ein­zel­tä­ter. Wie Rat­ten­fän­ger ver­füh­ren sie an­de­re und spin­nen so ein Netz­werk ge­gen un­se­re de­mo­kra­ti­sche und frei­heit­li­che Ge­sell­schaft. Ex­tre­mis­mus, gleich wel­cher Form, darf bei uns aber kei­ne Chan­ce ha­ben! Des­halb ha­ben wir un­se­re Ak­ti­vi­tä­ten im Be­reich der Ex­tre­mis­musprä­ven­ti­on deut­lich in­ten­si­viert, ganz ge­zielt in ei­nem Kom­pe­tenz­zen­trum ge­bün­delt und auch um den Rechts­ex­tre­mis­mus er­wei­tert. Mit dem Um­zug in die Stutt­gar­ter In­nen­stadt ge­hen wir die­sen Weg ein Stück wei­ter: Heu­te be­kommt un­se­re Ex­tre­mis­musprä­ven­ti­on nicht nur neue Dienst­räu­me und ei­ne neue Adres­se. Wir wei­hen heu­te auch ei­nen Schu­lungs­be­reich ein, der ein ganz ent­schei­den­der Bau­stein bei un­se­rer Prä­ven­ti­ons­ar­beit ist“, sag­te der stell­ver­tre­ten­de Mi­nis­ter­prä­si­dent und In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl am heu­ti­gen Mon­tag, 4. Ju­ni 2018, bei der Ein­wei­hung der neu­en Dienst­räu­me in der Stutt­gar­ter Kö­nig­stra­ße.

Die bis­lang durch das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um ge­nutz­ten Räu­me wer­den nun dem In­nen­mi­nis­te­ri­um über­tra­gen. Ne­ben den Bü­ros für die Mit­ar­bei­ter des Kom­pe­tenz­zen­trums gibt es dort auch Schu­lungs­räu­me für aus­ge­wähl­te Ziel­grup­pen, die be­rufs­be­dingt ver­stärkt mit Ra­di­ka­li­sie­rungs­ver­läu­fen in Be­rüh­rung kom­men kön­nen.

Das Kom­pe­tenz­zen­trum wur­de 2015 ge­grün­det. Ziel da­mals war es, das Prä­ven­ti­ons­netz­werk und die Prä­ven­ti­ons­ar­beit ge­gen den is­la­mis­ti­schen Ex­tre­mis­mus zu ko­or­di­nie­ren. „Das war ein ganz wich­ti­ger Schritt im Be­mü­hen der Si­cher­heits­be­hör­den und der Jus­tiz im Land, die Men­schen best­mög­lich ge­gen den Ter­ror und ge­gen An­schlä­ge zu schüt­zen“, un­ter­strich In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl. Die grün-schwar­ze Re­gie­rung hat in ih­rem Ko­ali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bart, die Ar­beit des Kom­pe­tenz­zen­trums auf al­le For­men des po­li­ti­schen oder re­li­giö­sen Ex­tre­mis­mus aus­zu­deh­nen. Seit die­sem Jahr ist das jetzt der Fall: Das Kom­pe­tenz­zen­trum bie­tet seit An­fang 2018 selbst Aus­stiegs- und Be­ra­tungs­mög­lich­kei­ten für Men­schen an, die sich ra­di­ka­li­siert ha­ben. Be­gon­nen wur­de die­ses Jahr mit dem Aus­stiegs­pro­gramm Rechts­ex­tre­mis­mus, kom­men­des Jahr wer­den Aus­stiegs­pro­gram­me für den Aus­län­der- und Links­ex­tre­mis­mus fol­gen.

„Weh­ret den An­fän­gen! Ex­tre­mis­mus ist der Feind ei­ner of­fe­nen, frei­heit­li­chen und auch viel­fäl­ti­gen Ge­sell­schaft. Des­halb ha­ben wir un­se­re An­stren­gun­gen bei der Ex­tre­mis­musprä­ven­ti­on auch ganz ge­zielt aus­ge­baut. So wol­len wir mög­lichst früh­zei­tig Ra­di­ka­li­sie­rungs­ten­den­zen er­ken­nen und ge­gen­steu­ern“, sag­te der In­nen­mi­nis­ter. Der In­nen­mi­nis­ter ha­be sich des­halb so­wohl im Haus­halt 2017 so­wie im Dop­pel­haus­halt 2018/2019 da­für ein­ge­setzt, das Kom­pe­tenz­zen­trum per­so­nell aus­zu­bau­en. Im Jahr 2015 ist es mit vier Mit­ar­bei­tern ge­star­tet; 2019 sol­len es 27 sein.

Wie wich­tig und rich­tig das ist, zeig­ten die An­schlä­ge der ver­gan­ge­nen Jah­re und sol­che Fäl­le, die im Pla­nungs­sta­di­um ver­hin­dert wer­den konn­ten: „Den­ken Sie an die Fest­nah­me der so­ge­nann­ten Sau­er­land-Grup­pe, ei­ner Grup­pe jun­ger, in Deutsch­land ge­bo­re­ner Män­ner, mit und oh­ne Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund, die is­la­mis­ti­sches Ge­dan­ken­gut so ver­in­ner­licht hat­ten, dass sie 2007 Syn­chron-Spreng­stoff­an­schlä­ge ge­plant hat­ten. Den­ken Sie an den An­schlags­plan mit Hand­gra­na­ten und Schuss­waf­fen auf das Jü­di­sche Mu­se­um in Ber­lin. Oder an die de­po­nier­ten Bom­ben, die ein mut­maß­lich Rechts­ex­tre­mer 2016 vor ei­ner Mo­schee in Dres­den nie­der­ge­legt hat­te“, un­ter­strich In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl.

Mit den neu­en Auf­ga­ben kommt auch ein neu­er Na­me. Aus dem Grün­dungs­na­men KPEBW – Kom­pe­tenz­zen­trum zur Ko­or­di­nie­rung des Prä­ven­ti­ons­netz­werks Ex­tre­mis­mus in Ba­den-Würt­tem­berg – wird das Kom­pe­tenz­zen­trum ge­gen Ex­tre­mis­mus, kurz: ko­nex. „Mit dem neu­en und ein­gän­gi­gen Kür­zel un­ter­strei­chen wir, wor­um es uns geht: Wir set­zen al­les dar­an, den Ex­tre­mis­mus, ganz gleich wel­cher Aus­prä­gung, ganz­heit­lich und kon­se­quent zu be­kämp­fen. Ko­nex er­in­nert aber auch an das eng­li­sche con­nect, und ge­nau dar­um geht es auch: Ex­tre­mis­musprä­ven­ti­on ist Team­ar­beit. Nur wenn hier al­le Rä­der rich­tig in­ein­an­der grei­fen, kön­nen wir das dich­te Netz knüp­fen, das wir brau­chen, um durch Ex­tre­mis­mus ge­fähr­de­te Men­schen auf­zu­fan­gen. Die­se be­hör­den- und in­sti­tu­tio­nen­über­grei­fen­de Zu­sam­men­ar­beit wol­len wir in Zu­kunft wei­ter ver­stär­ken“, sag­te In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl.

In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl dank­te auch den zahl­rei­chen Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der an­de­ren Häu­ser, des Mi­nis­te­ri­ums für So­zia­les und In­te­gra­ti­on, des Mi­nis­te­ri­ums für Kul­tus, Ju­gend und Sport, des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums, des Lan­des­po­li­zei­prä­si­di­ums, und der staat­li­chen und nicht­staat­li­chen Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen, die an der Ein­wei­hung teil­ge­nom­men hat­ten, für ihr En­ga­ge­ment.